Anwendung
WordPress-Konkurrenzanalyse: Mitbewerber-Stack systematisch prüfen
Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du den technischen Stack deiner WordPress-Konkurrenten aufdeckst – Themes, Plugins, Hosting und SEO-Konfiguration.
Inhalt
Eine Konkurrenzanalyse endet nicht bei Content und Keywords. Der technische Stack eines Mitbewerbers gibt Aufschluss darüber, welche Funktionen bereits vorhanden sind, wie hoch der technische Reifegrad ist und wo mögliche Schwachstellen liegen. Bei WordPress-Sites ist diese Analyse besonders ergiebig, weil die Plattform viele Details im öffentlich zugänglichen Quelltext preisgibt.
Grundstruktur einer WordPress-Konkurrenzanalyse
Eine systematische Analyse gliedert sich in vier Bereiche:
- Bestätigung der WordPress-Nutzung
- Theme-Identifikation
- Plugin-Bestandsaufnahme
- Infrastruktur und Hosting
Jeder Bereich liefert unterschiedliche strategische Informationen. Der Analyzer kann den ersten Schritt automatisch übernehmen.
Schritt 1: WordPress-Nutzung bestätigen
Bevor Plugin- und Theme-Analyse beginnt, muss die CMS-Erkennung gesichert sein. Die verlässlichsten Methoden:
- Pfad
/wp-content/im Seitenquelltext - Link-Header mit Verweis auf
api.w.org - Erreichbarkeit von
/wp-login.phpoder/wp-json/
Erst wenn WordPress bestätigt ist, lohnt sich der nächste Schritt.
Schritt 2: Aktives Theme identifizieren
Das Theme bestimmt das visuelle Erscheinungsbild und oft auch die technische Grundlage der Seite. Die Erkennung läuft über den Quelltext.
Suche nach Pfaden der Form:
/wp-content/themes/THEME-NAME/style.css
/wp-content/themes/THEME-NAME/assets/js/main.js
Der THEME-NAME-Teil verrät den Ordnernamen des aktiven Themes. Häufige Themes mit erkennbarem Namen:
divi(Elegant Themes)astrageneratepressblocksykadence
Child-Themes erscheinen oft als theme-child oder theme-name-child und deuten auf eine individuelle Anpassung hin.
Zusätzlich schreibt WordPress selbst einen HTML-Kommentar in den Quelltext mancher Seiten, der das Theme direkt benennt. Dieser Kommentar ist durch Sicherheits-Plugins entfernbar, bei ungepflegten Installationen aber häufig vorhanden.
Schritt 3: Plugins aus Ressourcenpfaden rekonstruieren
Plugins binden ihre JavaScript- und CSS-Dateien über WordPress in den Quelltext ein. Die Pfade folgen einem vorhersehbaren Muster:
/wp-content/plugins/PLUGIN-NAME/assets/...
Durchsuche den Quelltext systematisch nach /wp-content/plugins/. Häufig erkennbare Plugins und ihre Hinweise:
woocommercezeigt einen aktiven Online-Shopelementoroderelementor-proweist auf den Page-Builder hincontact-form-7odergravity-formsdeutet auf Formularfunktionalität hinyoast-seooderwordpress-seozeigt das genutzte SEO-Pluginwpmloderpolylangsignalisiert mehrsprachige Konfiguration
Nicht alle Plugins hinterlassen Pfade im Frontend. Serverseitige Plugins wie Caching- oder Sicherheitslösungen sind oft unsichtbar, können aber über Header erkannt werden.
Schritt 4: SEO-Konfiguration auswerten
Das genutzte SEO-Plugin beeinflusst die technische SEO-Konfiguration erheblich. Erkennungsmerkmale:
- Yoast SEO erzeugt den Meta-Tag
name="yoast-schema-graph"und eine Sitemap unter/sitemap_index.xml - Rank Math setzt
name="rank-math-schema"und nutzt/sitemap_index.xmloder/sitemap.xml - AIOSEO fügt HTML-Kommentare mit dem Text
All in One SEOein - Ohne explizites SEO-Plugin fehlen oft Open-Graph-Tags oder Structured Data
Vergleiche die Sitemap-Struktur des Mitbewerbers mit deiner eigenen. Unterschiede in der URL-Hierarchie, der Kategorisierung oder der Seitenanzahl liefern Hinweise auf die Content-Strategie.
Schritt 5: Infrastruktur und Hosting-Typ einordnen
Die Hosting-Umgebung beeinflusst Performance und Skalierbarkeit. Erkennungsmerkmale:
- CDN-Header wie
CF-RAY(Cloudflare) oderX-Served-By(Fastly) zeigen CDN-Einsatz - Hostnamen in Headern wie
X-WPE-Request-IDweisen auf WP Engine hin X-Kinsta-Cachezeigt Kinsta-HostingLiteSpeed-Server mit LSCache-Header deuten auf entsprechendes Hosting hin
Managed-WordPress-Hosting korreliert in der Regel mit besserer Performance und Wartbarkeit.
Ergebnisse strukturiert dokumentieren
Eine Konkurrenzanalyse wird erst nützlich, wenn die Ergebnisse strukturiert festgehalten werden. Empfohlene Felder pro Domain:
- CMS und Version (falls erkennbar)
- Theme-Name und Typ (Premium oder custom)
- Plugin-Liste aus Quelltext
- SEO-Plugin und Sitemap-Struktur
- Hosting-Typ und CDN-Einsatz
- TTFB und Cache-Status
Wer mehrere Mitbewerber vergleicht, erkennt Muster: Nutzt die gesamte Branche ein bestimmtes Plugin? Setzt niemand ein CDN ein? Diese Beobachtungen helfen dabei, eigene technische Entscheidungen strategisch zu begründen.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, welches Theme ein Mitbewerber auf WordPress einsetzt?
Im HTML-Quelltext findet sich der Theme-Name häufig im Pfad der eingebundenen CSS-Datei, etwa /wp-content/themes/divi/style.css. Zusätzlich setzt WordPress einen HTML-Kommentar im head-Bereich, der das aktive Theme nennt.
Kann ich herausfinden, welche WordPress-Version ein Mitbewerber nutzt?
Häufig ja. Das Generator-Meta-Tag im Quelltext enthält bei nicht gehärteten Installationen die exakte Version. Alternativ zeigt die Versionsnummer im Link-Header oder in der readme.html unter /wordpress/ die installierte Version.
Welche Plugins lassen sich von außen erkennen?
Alle Plugins, die Ressourcen in den Seitenquelltext einbinden, verraten sich über ihre Pfade unter /wp-content/plugins/. Dazu gehören unter anderem WooCommerce, Elementor, Contact Form 7, Yoast SEO und viele weitere.
Quellen
- WordPress Codex – Plugin Developer Handbook: Enqueue Scripts
- Sucuri Blog – WordPress Hardening: Hiding the Version Number
Über die Autorenschaft
Mateusz Viola
Betreiber und redaktionelle Verantwortung wordpress-analyzer.de
Themengebiet: Mathematik, Kalenderrechnung, Schaltjahre, Statistik und ISO 8601
Mehr über Mateusz Viola →Verwandte Artikel
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