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WordPress-Konkurrenzanalyse: Mitbewerber-Stack systematisch prüfen

Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du den technischen Stack deiner WordPress-Konkurrenten aufdeckst – Themes, Plugins, Hosting und SEO-Konfiguration.

Lesezeit 8 Min. Aktualisiert 26.05.2026 2 Quellen Mateusz Viola Mateusz Viola
Inhalt

Eine Konkurrenzanalyse endet nicht bei Content und Keywords. Der technische Stack eines Mitbewerbers gibt Aufschluss darüber, welche Funktionen bereits vorhanden sind, wie hoch der technische Reifegrad ist und wo mögliche Schwachstellen liegen. Bei WordPress-Sites ist diese Analyse besonders ergiebig, weil die Plattform viele Details im öffentlich zugänglichen Quelltext preisgibt.

Grundstruktur einer WordPress-Konkurrenzanalyse

Eine systematische Analyse gliedert sich in vier Bereiche:

  1. Bestätigung der WordPress-Nutzung
  2. Theme-Identifikation
  3. Plugin-Bestandsaufnahme
  4. Infrastruktur und Hosting

Jeder Bereich liefert unterschiedliche strategische Informationen. Der Analyzer kann den ersten Schritt automatisch übernehmen.

Schritt 1: WordPress-Nutzung bestätigen

Bevor Plugin- und Theme-Analyse beginnt, muss die CMS-Erkennung gesichert sein. Die verlässlichsten Methoden:

  • Pfad /wp-content/ im Seitenquelltext
  • Link-Header mit Verweis auf api.w.org
  • Erreichbarkeit von /wp-login.php oder /wp-json/

Erst wenn WordPress bestätigt ist, lohnt sich der nächste Schritt.

Schritt 2: Aktives Theme identifizieren

Das Theme bestimmt das visuelle Erscheinungsbild und oft auch die technische Grundlage der Seite. Die Erkennung läuft über den Quelltext.

Suche nach Pfaden der Form:

/wp-content/themes/THEME-NAME/style.css
/wp-content/themes/THEME-NAME/assets/js/main.js

Der THEME-NAME-Teil verrät den Ordnernamen des aktiven Themes. Häufige Themes mit erkennbarem Namen:

  • divi (Elegant Themes)
  • astra
  • generatepress
  • blocksy
  • kadence

Child-Themes erscheinen oft als theme-child oder theme-name-child und deuten auf eine individuelle Anpassung hin.

Zusätzlich schreibt WordPress selbst einen HTML-Kommentar in den Quelltext mancher Seiten, der das Theme direkt benennt. Dieser Kommentar ist durch Sicherheits-Plugins entfernbar, bei ungepflegten Installationen aber häufig vorhanden.

Schritt 3: Plugins aus Ressourcenpfaden rekonstruieren

Plugins binden ihre JavaScript- und CSS-Dateien über WordPress in den Quelltext ein. Die Pfade folgen einem vorhersehbaren Muster:

/wp-content/plugins/PLUGIN-NAME/assets/...

Durchsuche den Quelltext systematisch nach /wp-content/plugins/. Häufig erkennbare Plugins und ihre Hinweise:

  • woocommerce zeigt einen aktiven Online-Shop
  • elementor oder elementor-pro weist auf den Page-Builder hin
  • contact-form-7 oder gravity-forms deutet auf Formularfunktionalität hin
  • yoast-seo oder wordpress-seo zeigt das genutzte SEO-Plugin
  • wpml oder polylang signalisiert mehrsprachige Konfiguration

Nicht alle Plugins hinterlassen Pfade im Frontend. Serverseitige Plugins wie Caching- oder Sicherheitslösungen sind oft unsichtbar, können aber über Header erkannt werden.

Schritt 4: SEO-Konfiguration auswerten

Das genutzte SEO-Plugin beeinflusst die technische SEO-Konfiguration erheblich. Erkennungsmerkmale:

  • Yoast SEO erzeugt den Meta-Tag name="yoast-schema-graph" und eine Sitemap unter /sitemap_index.xml
  • Rank Math setzt name="rank-math-schema" und nutzt /sitemap_index.xml oder /sitemap.xml
  • AIOSEO fügt HTML-Kommentare mit dem Text All in One SEO ein
  • Ohne explizites SEO-Plugin fehlen oft Open-Graph-Tags oder Structured Data

Vergleiche die Sitemap-Struktur des Mitbewerbers mit deiner eigenen. Unterschiede in der URL-Hierarchie, der Kategorisierung oder der Seitenanzahl liefern Hinweise auf die Content-Strategie.

Schritt 5: Infrastruktur und Hosting-Typ einordnen

Die Hosting-Umgebung beeinflusst Performance und Skalierbarkeit. Erkennungsmerkmale:

  • CDN-Header wie CF-RAY (Cloudflare) oder X-Served-By (Fastly) zeigen CDN-Einsatz
  • Hostnamen in Headern wie X-WPE-Request-ID weisen auf WP Engine hin
  • X-Kinsta-Cache zeigt Kinsta-Hosting
  • LiteSpeed-Server mit LSCache-Header deuten auf entsprechendes Hosting hin

Managed-WordPress-Hosting korreliert in der Regel mit besserer Performance und Wartbarkeit.

Ergebnisse strukturiert dokumentieren

Eine Konkurrenzanalyse wird erst nützlich, wenn die Ergebnisse strukturiert festgehalten werden. Empfohlene Felder pro Domain:

  • CMS und Version (falls erkennbar)
  • Theme-Name und Typ (Premium oder custom)
  • Plugin-Liste aus Quelltext
  • SEO-Plugin und Sitemap-Struktur
  • Hosting-Typ und CDN-Einsatz
  • TTFB und Cache-Status

Wer mehrere Mitbewerber vergleicht, erkennt Muster: Nutzt die gesamte Branche ein bestimmtes Plugin? Setzt niemand ein CDN ein? Diese Beobachtungen helfen dabei, eigene technische Entscheidungen strategisch zu begründen.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich, welches Theme ein Mitbewerber auf WordPress einsetzt?

Im HTML-Quelltext findet sich der Theme-Name häufig im Pfad der eingebundenen CSS-Datei, etwa /wp-content/themes/divi/style.css. Zusätzlich setzt WordPress einen HTML-Kommentar im head-Bereich, der das aktive Theme nennt.

Kann ich herausfinden, welche WordPress-Version ein Mitbewerber nutzt?

Häufig ja. Das Generator-Meta-Tag im Quelltext enthält bei nicht gehärteten Installationen die exakte Version. Alternativ zeigt die Versionsnummer im Link-Header oder in der readme.html unter /wordpress/ die installierte Version.

Welche Plugins lassen sich von außen erkennen?

Alle Plugins, die Ressourcen in den Seitenquelltext einbinden, verraten sich über ihre Pfade unter /wp-content/plugins/. Dazu gehören unter anderem WooCommerce, Elementor, Contact Form 7, Yoast SEO und viele weitere.

Quellen

  • WordPress Codex – Plugin Developer Handbook: Enqueue Scripts
  • Sucuri Blog – WordPress Hardening: Hiding the Version Number
Mateusz Viola

Über die Autorenschaft

Mateusz Viola

Betreiber und redaktionelle Verantwortung wordpress-analyzer.de

Themengebiet: Mathematik, Kalenderrechnung, Schaltjahre, Statistik und ISO 8601

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