Technik
WordPress-Theme erkennen: Welches Design steckt dahinter?
So findest du heraus, welches WordPress-Theme eine Website verwendet – per Quelltext, Stilblatt-Analyse oder automatischem Theme-Detector.
Inhalt
Das Design einer Website kann Inspiration für eigene Projekte sein oder bei der Beurteilung eines Mitbewerbers helfen. Bei WordPress-Seiten ist es vergleichsweise einfach, das eingesetzte Theme zu identifizieren, weil WordPress seine Verzeichnisstruktur im Quelltext offenlegt. Dieser Ratgeber erklärt die gängigen Wege zur Theme-Erkennung.
Warum interessiert das Theme?
Ein Theme bestimmt bei WordPress nicht nur das Aussehen, sondern auch erheblich die technische Performance. Themes wie Divi oder Avada bringen eigene Page-Builder mit, was Auswirkungen auf Ladezeiten und SEO hat. Themes wie GeneratePress oder Astra hingegen legen besonderen Wert auf schlanken Code. Wer die Technik hinter einer Website beurteilen möchte, kommt an der Theme-Erkennung kaum vorbei.
Methode 1: Quelltext analysieren
Öffne den Quelltext der Website (Strg+U oder Cmd+U im Browser) und suche nach dem Pfad /wp-content/themes/. Der Name des Ordners direkt nach themes/ ist der Theme-Slug, also der technische Name des Themes.
Ein typisches Beispiel sieht so aus:
/wp-content/themes/twentytwentyfour/style.css
Hier ist das Theme twentytwentyfour, das Standard-Theme von WordPress 2024.
Bei einem Child-Theme erscheinen zwei Pfade: einer für das Child-Theme und einer für das Parent-Theme. Das Kind-Theme hat meist einen eigenen Ordnernamen, der auf den ursprünglichen Theme-Namen hinweist, etwa twentytwentyfour-child.
Methode 2: Stilblatt-Kommentar lesen
Jedes ordnungsgemäß erstellte WordPress-Theme enthält eine Datei style.css mit einem Kommentar-Block am Anfang. Dieser Block enthält den Theme-Namen, die Version, den Autor und häufig auch eine URL.
Rufe die Datei direkt auf:
https://beispieldomain.de/wp-content/themes/THEMENAME/style.css
Ersetze THEMENAME durch den Ordnernamen, den du im Quelltext gefunden hast. Der Kommentar am Anfang der CSS-Datei sieht typischerweise so aus:
/*
Theme Name: Twenty Twenty-Four
Theme URI: https://wordpress.org/themes/twentytwentyfour/
Author: automattic
Version: 1.2
*/
Diese Methode funktioniert bei allen Themes, die die WordPress-Konventionen einhalten, also praktisch bei allen öffentlich verfügbaren Themes. Individuell entwickelte Themes (Custom-Themes) können einen beliebigen internen Namen tragen.
Methode 3: Meta-Generator und Theme-URI im HTML-Kopf
Manche Themes tragen sich in den HTML-Kopfbereich der Seite ein. Suche im Quelltext nach folgendem Muster:
<meta name="generator" content="WordPress X.X.X" />
Zusätzlich können Themes über wp_head()-Hooks eigene Meta-Tags hinzufügen. Einige Premium-Themes wie Divi oder Elementor hinterlassen dort spezifische Einträge oder laden JavaScript-Dateien aus einem eindeutig benannten Plugin- oder Theme-Verzeichnis.
Methode 4: JavaScript-Dateien auswerten
Viele Themes laden spezifische JavaScript-Dateien, deren Pfade Rückschlüsse auf das Theme erlauben. Öffne die Entwicklertools deines Browsers (F12) und wechsle auf den Reiter “Quellen” oder “Sources”. Filtere nach Dateien aus /wp-content/themes/ und achte auf die Ordnernamen.
Page-Builder wie Elementor, WPBakery oder Beaver Builder laden ihre Scripts ebenfalls aus /wp-content/plugins/, was zwar kein Theme-Beweis ist, aber wichtige Informationen über den Seitenaufbau liefert.
Methode 5: Automatischer Theme-Detector
Der zuverlässigste und schnellste Weg ist ein automatisches Tool. Der Analyzer auf wordpress-analyzer.de erkennt das eingesetzte Theme inklusive Theme-Name, Version und Parent-Theme-Angabe in wenigen Sekunden. Das ist besonders hilfreich, wenn du viele Websites analysieren oder Child-Theme-Situationen auflösen möchtest.
Besondere Fälle: Versteckte und angepasste Themes
Manche Agenturen oder Entwickler benennen den Theme-Ordner um, um das eingesetzte Basis-Theme zu verschleiern. In diesem Fall hilft oft ein Blick auf den Stil des Codes in style.css oder auf die im Header verlinkten JavaScript-Bibliotheken.
Außerdem gibt es Seiten, die WordPress mit einem Headless-Ansatz nutzen: WordPress dient als Backend, während das Frontend mit einem anderen Framework wie Next.js oder Gatsby gebaut wurde. In diesem Fall ist kein klassisches WordPress-Theme aktiv; stattdessen kommuniziert das Frontend mit der WordPress-REST-API.
Custom-Themes und Premium-Themes unterscheiden
Grob lassen sich drei Kategorien unterscheiden:
- Öffentliche Themes aus dem WordPress-Verzeichnis: Diese sind kostenlos, gut dokumentiert und am einfachsten zu identifizieren.
- Premium-Themes: Themes wie Divi, Avada, OceanWP oder Astra werden über eigene Marktplätze verkauft. Sie haben oft sehr aktive Nutzergemeinschaften und sind ebenfalls gut erkennbar.
- Custom-Themes: Individuell entwickelte Themes haben keine öffentliche Dokumentation. Hier helfen nur Quelltext-Analyse und gelegentlich Urheberrechts-Hinweise im Code.
Zusammenfassung
Das WordPress-Theme einer Website lässt sich über den Theme-Ordnerpfad in /wp-content/themes/, den Stilblatt-Kommentar in style.css und spezifische JavaScript-Dateien identifizieren. Wer mehrere Seiten analysieren oder verlässliche Ergebnisse benötigt, greift zu einem automatischen Theme-Detector.
Häufige Fragen
Kann ich ein WordPress-Theme erkennen, wenn kein Quelltext-Zugriff möglich ist?
Nein, ohne irgendeine Form von Quelltext-Zugriff ist die Theme-Erkennung nicht möglich. In der Praxis ist jedoch immer zumindest der Client-seitige HTML-Quelltext abrufbar.
Was ist der Unterschied zwischen Parent-Theme und Child-Theme?
Das Parent-Theme ist das Basis-Theme. Ein Child-Theme erbt alle Stile und Funktionen des Parent-Themes, überschreibt aber einzelne Elemente. Im Quelltext sind beide Pfade oft gleichzeitig sichtbar.
Quellen
- WordPress Developer Resources – Theme Handbook
Über die Autorenschaft
Jan-Tristan Rudat
Redakteur wordpress-analyzer.de
Themengebiet: Generationen, Kulturgeschichte, Sternzeichen, Pop-Phänomene rund ums Alter
Mehr über Jan-Tristan Rudat →Verwandte Artikel
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