Technik
WooCommerce erkennen: So identifizierst du einen WordPress-Shop
Ob eine Website WooCommerce einsetzt, lässt sich anhand von HTML-Klassen, Cookies, HTTP-Headern und Pfadmustern feststellen. Dieser Ratgeber erklärt die technischen Merkmale im Detail.
Inhalt
WooCommerce ist die meistgenutzte E-Commerce-Lösung für WordPress. Wer eine WordPress-Website untersucht und herausfinden möchte, ob dort ein Shop betrieben wird, kann auf eine Reihe technischer Merkmale zurückgreifen, die WooCommerce im Quellcode, in den HTTP-Headern und im Cookie-Verhalten hinterlässt.
Typische Pfadmuster einer WooCommerce-Installation
Der erste Blick gilt der URL-Struktur. Eine WooCommerce-Installation legt standardmäßig folgende Seiten an:
/shop/als Produktübersicht/warenkorb/oder/cart/als Warenkorb/kasse/oder/checkout/für den Bestellprozess/mein-konto/oder/my-account/für Kundenbereiche
Diese Pfade sind konfigurierbar, werden aber in den meisten Fällen beibehalten, da eine Änderung die internen Verlinkungen von WooCommerce beeinträchtigen kann. Wer die Seitenstruktur einer Website kennt, kann allein aus diesen Pfaden auf WooCommerce schließen.
Hinzu kommen Produktkategorie-URLs wie /produkt-kategorie/ oder /product-category/ und einzelne Produktseiten unter /produkt/ bzw. /product/. Auch diese Prefixe werden von WooCommerce gesetzt und können über die Permalink-Einstellungen im Backend angepasst werden.
HTML-Klassen und Body-Attribute
Auf einer WooCommerce-Seite enthält das <body>-Element charakteristische Klassen, die WordPress standardmäßig ausgibt:
woocommerceauf Seiten, die WooCommerce-Inhalt darstellenwoocommerce-pageauf allen mit WooCommerce verknüpften Seitenwoocommerce-shopauf der Produktübersichtwoocommerce-cartauf der Warenkorbseitewoocommerce-checkoutauf der Kassenseitewoocommerce-accountauf der Mein-Konto-Seite
Diese Klassen werden von WooCommerce selbst gesetzt und sind schwer zu entfernen, ohne die Stilzuweisung im Frontend zu beeinträchtigen. Einzelne Produktseiten enthalten zusätzlich Klassen wie product und type-product.
Stylesheet- und Skript-Pfade
WooCommerce bindet eigene Stile und Skripte ein, die spezifische Pfade tragen:
wp-content/plugins/woocommerce/assets/css/woocommerce.csswp-content/plugins/woocommerce/assets/js/frontend/woocommerce.min.jswp-content/plugins/woocommerce/assets/js/frontend/add-to-cart.min.js
Auch wenn ein Theme die WooCommerce-Styles überschreibt, werden die JavaScript-Dateien in der Regel weiterhin aus dem Plugin-Verzeichnis geladen. Das Vorhandensein dieser Pfade im Quellcode ist ein starkes Signal.
Cookies als Erkennungsmerkmal
WooCommerce setzt mehrere spezifische Cookies:
woocommerce_cart_hash: enthält einen Hash des aktuellen Warenkorb-Inhaltswoocommerce_items_in_cart: enthält die Anzahl der Artikel im Warenkorbwp_woocommerce_session_*: Session-Cookie für angemeldete Kunden
Diese Cookies erscheinen erst nach einer Interaktion mit dem Shop, also nach dem Hinzufügen eines Produkts zum Warenkorb. Für eine automatisierte Erkennung kann dieses Cookie-Muster durch einen kontrollierten Seitenaufruf ausgewertet werden.
REST-API-Endpunkte
WooCommerce erweitert die WordPress-REST-API um eigene Routen. Eine Anfrage an /wp-json/wc/v3/products gibt bei einer WooCommerce-Installation eine JSON-Antwort zurück, sofern der entsprechende Zugriff erlaubt ist. Selbst wenn die API-Authentifizierung aktiv ist, verrät eine 401 Unauthorized-Antwort mit dem Header WWW-Authenticate: Basic realm="WooCommerce API", dass WooCommerce vorhanden ist.
Auch /wp-json/wc/v2/ und /wp-json/wc/v1/ sind mögliche Endpunkte älterer Installationen und können beim Scan abgefragt werden.
Strukturierte Daten für Produkte
WooCommerce gibt auf Produktseiten strukturierte Daten im JSON-LD-Format aus, die dem Schema.org-Typ Product folgen:
\{
"@context": "https://schema.org/",
"@type": "Product",
"name": "...",
"offers": \{
"@type": "Offer",
"price": "...",
"priceCurrency": "EUR"
\}
\}
Das Vorhandensein dieses JSON-LD-Blocks im <head> einer Seite ist ein verlässliches Merkmal, auch wenn andere Spuren bereinigt worden sind.
Wie der Analyzer WooCommerce erkennt
Der Analyzer kombiniert mehrere der genannten Signale: Body-Klassen, Stylesheet-Pfade, Skript-Handles, Cookie-Namen und strukturierte Daten. Dabei wertet er die übergebene URL aus und prüft spezifische Pfadmuster. Das Ergebnis ist eine fundierte Einschätzung, ob WooCommerce auf einer Website aktiv ist, ohne dass ein Login oder direkter Serverzugriff nötig wäre.
Praxistipp: manuelle Prüfung im Browser
Wer ohne Werkzeuge prüfen möchte, ob eine Website WooCommerce einsetzt, öffnet die Browser-Entwicklertools und prüft:
- Den Quellcode der Seite auf Klassen wie
woocommerce-page - Den Netzwerk-Tab auf Anfragen aus
wp-content/plugins/woocommerce/ - Den Storage-Tab auf Cookies mit dem Präfix
woocommerce_
Diese drei Schritte reichen in den meisten Fällen aus, um eine WooCommerce-Installation zu bestätigen.
Häufige Fragen
Welches HTTP-Cookie verrät WooCommerce am zuverlässigsten?
Das Cookie woocommerce_cart_hash wird gesetzt, sobald ein Artikel in den Warenkorb gelegt wird. Auf Produktseiten erscheint bereits das Cookie woocommerce_items_in_cart. Beide sind ohne Backend-Zugriff im Browser sichtbar.
Kann eine Website WooCommerce verbergen?
Teilweise. Manche Betreiber benennen den Shop-Pfad um oder entfernen versionsbezogene Meta-Tags. Die CSS-Klassen im DOM und die API-Endpunkte sind jedoch schwerer zu verstecken, ohne die Plugin-Funktionalität zu beeinträchtigen.
Erkennt der Analyzer auch WooCommerce-Unterseiten wie Kategorien oder Produkte?
Ja. Der Analyzer wertet nicht nur die Startseite aus, sondern analysiert die übergebene URL auf spezifische WooCommerce-Signale, darunter Pfadmuster und typische Body-Klassen wie woocommerce-page.
Quellen
Über die Autorenschaft
Mateusz Viola
Betreiber und redaktionelle Verantwortung wordpress-analyzer.de
Themengebiet: Mathematik, Kalenderrechnung, Schaltjahre, Statistik und ISO 8601
Mehr über Mateusz Viola →Verwandte Artikel
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