Grundlagen

Was ist WordPress? CMS-Grundlagen verständlich erklärt

WordPress ist das weltweit meistgenutzte Content-Management-System. Dieser Ratgeber erklärt, wie es funktioniert, wofür es eingesetzt wird und warum es so verbreitet ist.

Lesezeit 7 Min. Aktualisiert 28.05.2026 1 Quellen Jan-Tristan Rudat Jan-Tristan Rudat
Inhalt

WordPress ist die am weitesten verbreitete Software zur Verwaltung von Website-Inhalten. Laut regelmäßigen Markterhebungen läuft mehr als ein Drittel aller Websites weltweit auf WordPress. Darunter finden sich einfache Blogs, komplexe Unternehmensauftritte, Online-Shops und große Nachrichtenportale. Dieser Ratgeber erklärt die Grundlagen: Was WordPress ist, wie es funktioniert und warum es so eine zentrale Rolle im Web einnimmt.

Was ist ein Content-Management-System?

Ein Content-Management-System, kurz CMS, ist eine Software, mit der Inhalte einer Website erstellt, bearbeitet und veröffentlicht werden können, ohne dass dafür Programmierkenntnisse erforderlich sind. Statt HTML-Dateien manuell zu schreiben und auf einen Server hochzuladen, bietet ein CMS eine grafische Benutzeroberfläche im Browser.

WordPress ist ein CMS, das auf PHP und MySQL basiert. PHP ist die serverseitige Programmiersprache, die dynamische Seiten erzeugt. MySQL ist das Datenbanksystem, das alle Inhalte speichert: Texte, Bilder-Metadaten, Einstellungen und Benutzerdaten.

Die Geschichte von WordPress

WordPress entstand 2003 als Weiterentwicklung des Blog-Software-Projekts b2/cafelog. Matt Mullenweg und Mike Little starteten das Projekt als quelloffene Alternative. Seither hat sich WordPress von einer reinen Blog-Plattform zu einem vollständigen CMS für nahezu jede Art von Website entwickelt.

Das Projekt wird von der WordPress Foundation verwaltet, einer gemeinnützigen Organisation. Die eigentliche Entwicklung und Vermarktung liegt hauptsächlich bei Automattic, dem Unternehmen von Matt Mullenweg, das auch WordPress.com betreibt.

Wie funktioniert WordPress technisch?

Wenn ein Besucher eine WordPress-Website aufruft, läuft im Hintergrund folgender Prozess ab:

  1. Der Webserver empfängt die Anfrage und leitet sie an PHP weiter.
  2. PHP lädt die WordPress-Core-Dateien, darunter wp-config.php mit den Datenbankzugangsdaten.
  3. WordPress stellt eine Verbindung zur MySQL-Datenbank her und ruft den passenden Inhalt ab.
  4. Das aktive Theme wird geladen. Es bestimmt, wie der Inhalt dargestellt wird.
  5. Aktive Plugins können an verschiedenen Stellen in den Prozess eingreifen.
  6. WordPress sendet fertiges HTML an den Browser des Besuchers.

Dieser Prozess läuft bei jedem Seitenaufruf ab, außer ein Caching-Plugin speichert fertige HTML-Seiten und liefert diese direkt aus.

Die wichtigsten Begriffe im Überblick

Beiträge und Seiten: WordPress unterscheidet zwischen “Beiträgen” (zeitgebundene Inhalte wie Blog-Artikel) und “Seiten” (statische Inhalte wie Impressum oder Über uns). Diese Unterscheidung ist grundlegend für die Struktur einer WordPress-Website.

Themes: Ein Theme steuert das Aussehen der Website. Es enthält Vorlagen (Templates), Stylesheets und JavaScript-Dateien. Das aktive Theme bestimmt das Design aller Seiten.

Plugins: Plugins sind Erweiterungen, die Funktionen hinzufügen oder verändern. Ein Online-Shop (WooCommerce), ein Kontaktformular (Contact Form 7) oder ein SEO-Tool (Yoast SEO) sind typische Plugins.

Block-Editor (Gutenberg): Seit WordPress 5.0 ist der Block-Editor der Standard. Inhalte werden als einzelne Blöcke erstellt, was eine flexible Gestaltung ohne HTML-Kenntnisse ermöglicht.

wp-config.php: Die wichtigste Konfigurationsdatei. Sie enthält Datenbankverbindungsdaten, Sicherheitsschlüssel und grundlegende Einstellungen.

Wofür wird WordPress eingesetzt?

Durch das Plugin-System lässt sich WordPress für viele Anwendungsfälle einsetzen:

  • Unternehmenswebsites mit Kontaktformularen, Galerien und Teamseiten
  • Blogs und Magazin-Websites mit Kategorien, Tags und Kommentarfunktion
  • Online-Shops über das WooCommerce-Plugin
  • Portfolios für Fotografen, Designer und andere Kreative
  • Mitglieder-Plattformen mit Zugangsbeschränkungen und Bezahlschranken
  • Lernplattformen über LMS-Plugins wie LearnDash

Vorteile von WordPress

Große Gemeinschaft: Millionen von Nutzern, Entwicklern und Agenturen weltweit bedeuten umfangreiche Dokumentation, viele Tutorials und schnelle Hilfe bei Problemen.

Erweiterbarkeit: Mit über 59.000 freien Plugins im offiziellen Verzeichnis und unzähligen Premium-Lösungen gibt es für fast jede Anforderung eine fertige Lösung.

Kostenkontrolle: Die Software selbst kostet nichts. Wer sparsam mit Plugins umgeht und auf günstigem Shared Hosting betreibt, kommt mit wenigen Euro pro Monat aus.

Unabhängigkeit vom Anbieter: Da WordPress quelloffen ist, kann eine Website jederzeit auf einen anderen Hoster umgezogen werden.

Nachteile von WordPress

Sicherheitsrisiken: Die weite Verbreitung macht WordPress zu einem attraktiven Ziel für automatisierte Angriffe. Veraltete Plugins oder Themes sind häufig Einfallstore.

Performance: Eine schlecht konfigurierte WordPress-Installation mit zu vielen Plugins kann langsam werden. Optimierung erfordert Kenntnisse.

Pflegeaufwand: Regelmäßige Updates für Core, Themes und Plugins sind notwendig, um Sicherheit und Stabilität zu gewährleisten.

WordPress erkennen und analysieren

Weil WordPress so weit verbreitet ist, lohnt es sich häufig zu prüfen, ob eine bestimmte Website auf WordPress läuft. Der Analyzer auf wordpress-analyzer.de erkennt WordPress-Installationen anhand typischer Merkmale wie den Pfaden /wp-content/ und /wp-includes/, HTTP-Header-Einträgen und REST-API-Endpunkten.

Zusammenfassung

WordPress ist ein quelloffenes CMS auf Basis von PHP und MySQL, das seit 2003 kontinuierlich weiterentwickelt wird. Es läuft auf mehr als einem Drittel aller Websites weltweit und deckt durch sein Plugin-System nahezu alle Anwendungsfälle ab. Die zentrale Verzeichnisstruktur mit /wp-content/ und /wp-includes/ macht WordPress von außen erkennbar und ist Grundlage für die Analyse von WordPress-Websites.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen WordPress.com und WordPress.org?

WordPress.org ist die Open-Source-Software, die du auf deinem eigenen Server installierst. WordPress.com ist ein kommerzieller Hosting-Dienst von Automattic, der WordPress hostet und betreibt. Für volle Kontrolle und Anpassbarkeit wird WordPress.org empfohlen.

Ist WordPress kostenlos?

Die WordPress-Software selbst ist kostenlos und quelloffen. Kosten entstehen durch Hosting, Premium-Themes, Premium-Plugins und eventuelle Entwicklungsarbeit.

Quellen

  • WordPress.org – Offizielle Projektseite und Dokumentation
Jan-Tristan Rudat

Über die Autorenschaft

Jan-Tristan Rudat

Redakteur wordpress-analyzer.de

Themengebiet: Generationen, Kulturgeschichte, Sternzeichen, Pop-Phänomene rund ums Alter

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